Vater unser im Himmel… Eine Reihe zum Gebet der Christenheit

Margret Hilleringmann       Joachim Zierke
Vater unser im Himmel… So beginnt das bekannteste Gebet der christlichen Gebete, das die weltweite Christenheit miteinander verbindet. Das Vaterunser gehört ganz selbstverständlich zu jedem Gottesdienst – ob bei einer Taufe, Konfirmation oder Beerdigung. Und nicht nur die Konfirmanden lernen es im Unterricht auswendig, sondern schon die kleinen Kinder im Kindergarten. „Aber die alten Worte Jesu, die seit über 2000 Jahren in der Welt sind, sind nicht mehr mit Inhalt und Leben gefüllt“, sagt Joachim Zierke. „Vieles, was vorformuliert ist, sind nur noch Worthülsen.“ Deshalb lädt der Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Bönen zusammen mit der Psychotherapeutin Margret Hilleringmann zu einer Gebetsreihe zum Vaterunser ein. An sieben Abenden von Februar bis August treffen sich die Teilnehmenden jeweils am zweiten Montag im Monat von 18 bis 20 Uhr in der Ev. Kirche Flierich in Bönen. „Jeder Abend ist inhaltlich in sich abgeschlossen und thematisiert eine der sieben Bitten“, erklärt Pfarrer Zierke. Somit könne die Teilnahme flexibel gehandhabt werden. Das Besondere an diesem zeitlich begrenzten Projekt, das sich an alle Interessierten richtet, die sich mit dem Gebet Jesu intensiver beschäftigen möchten, liegt in der nicht rein theologischen Betrachtung. Denn als Psychotherapeutin richtet Margret Hilleringmann auch einen spirituellen und therapeutischen Blick auf das Vaterunser. „Wer ein leidvolles Vaterbild hat“, erklärt sie zum Beispiel, „kann das Vaterunser oft nicht mit offenem Herzen beten.“ Die 66-Jährige ihrerseits, die eine Ausbildung in christlicher Meditation und Kontemplation hat und einen Aufbaukurs zum Vaterunser macht, ist begeistert von dem Gebet und schwärmt: „Ich habe einen ganz neuen Zugang zum Vaterunser bekommen.“
Die Teilnehmenden der Gebetsreihe dürfen sich auf viele verschiedene Methoden freuen, um das altbekannte Vaterunser neu zu entdecken. So lernen sie biblische Gebetsspuren und ein Körpergebet zum Vaterunser kennen oder hören es in der aramäischen Originalsprache. „Erst auf aramäisch öffnet sich das Herz“, erklärt Hilleringmann, „denn diese Sprache spricht die Seele an.“ Neben Stilleübungen spiele natürlich auch das Gespräch in der Gruppe und der gegenseitige Austausch über den eigenen Glauben eine große Rolle. Wichtig sei dabei, „das Vaterunser mit allen Sinnen zu erleben.“ „Letztlich geht es aber um die Frage, was die Gebetsworte heute mit mir selbst zu tun haben“, sagt Joachim Zierke. „Im Vaterunser kann ich mich selber sammeln“, wird der Pfarrer persönlich. „Es ist für mich ein Ankerpunkt, der mir bewusst macht: ich werde von Gott begleitet.“ Und Margret Hilleringmann ergänzt: „Für mich ist das Vaterunser ein Beziehungsangebot Gottes an uns.“ Für die beiden Initiatoren der Gebetsreihe ist der ganzheitliche Blick wichtig. So wird an den jeweiligen Abenden nicht nur die theologische oder geistlich-spirituelle Ebene berücksichtigt, sondern das leibliche Wohl kommt auch nicht zu kurz. „Für eine Wohlfühlatmosphäre mit kleinem Imbiss ist gesorgt“, verspricht Pfarrer Zierke.

Die sieben Treffen finden jeweils am zweiten Montag im Monat statt.
Beginn ist am 14. Februar, 18-20 Uhr
Ev. Kirche Flierich, Fliericher Kirchplatz, 59199 Bönen
Es gelten die jeweiligen Hygienebedingungen.
Auskunft und Anmeldung bei:
Pfarrer Joachim Zierke: 02383/1535 oder joachim.zierke@kirchenkreis-hamm.de.